Ehemalige Schülerin als Hauptperson – Auslosung des DFB-Pokal-Achtelfinals

Mittwoch, 26. Oktober 2022, Westfälischer Anzeiger Hamm / Sport lokal

So cool wie beim Toreschießen

FUSSBALL – Auch das Millionen-Publikum macht Maria Asnaimer nicht nervös

VON PATRICK DROSTE

Auftritt in der Sportschau: Maria Asnaimer vom TuS Germania Lohauserholz bei der Auslosung des DFB-Pokal-Achtelfinals an der Seite von DFB-Direktor Oliver Bierhoff. Foto: ard/screenshot

Hamm – Nervös? Aufgeregt? Lampenfieber? Es wäre mehr als verständlich gewesen, denn schon im Vorfeld hatte die ARD-Sportredaktion Maria Asnaimer darüber informiert, dass meist 2,5 Millionen Menschen an den Fernsehgeräten die Pokalauslosung verfolgen. Doch die Torjägerin des TuS Germania Lohauserholz, die in der vergangenen Saison in Meisterschaft und Pokal 101 Treffer erzielt hatte, gab sich an der Seite von Moderator Alexander Bommes und dem früheren Nationalspieler Oliver Bierhoff, der am Sonntag als Ziehungsleiter fungierte, sehr entspannt und ließ sich überhaupt nicht davon beeindrucken, dass sie die Hauptperson vor einem Millionenpublikum war. „Ich habe die ja nicht gesehen“, erklärt sie. „Daher war mir das egal, wie viele Leute das vor ihren TV-Geräten verfolgt haben.“

Dennoch schlug ihr Herz für ein paar wenige Momente höher, so verrät sie im Gespräch mit der WA-Sportredaktion, als sie zu Beginn der TV-Übertragung an der Seite von Bierhoff eine Treppe im Dortmunder Fußball-Museum hinunterging, um anschließend die Paarungen für das DFB-Pokal-Achtelfinale zu ziehen. „Als ich dann aber unten ankam, war alles cool“, sagt sie und zeigte sich in ihrer gewohnt lockeren und unbekümmerten Art, so dass sie mit einigen Aussagen gleich für Lachen sorgte. „So kennt man mich eben.“

Dabei waren es durchaus turbulente Tage für den TuS Germania und natürlich für die Protagonistin. Am Dienstag der vergangenen Woche hatte sich die Sportredaktion der ARD bei Trainer Holger Bruchmann gemeldet und ihn angefragt, ob Asnaimer wohl am Sonntag die Lose für das DFB-Pokal-Achtelfinale im Fußball-Museum ziehen könne. „Ich habe denen gesagt, dass Maria das auf jeden Fall hinbekommt, weil sie so locker drauf ist“, sagt der Coach, der dann nach Rücksprache mit seiner Torjägerin die endgültige Zusage gab. In den folgenden Tagen drehte sich fast alles nur noch um den TV-Auftritt der Stürmerin, so dass Bruchmann Sorge hatte, dass sich seine Mannschaft überhaupt auf das Spiel am Sonntag gegen Westfalia Hagen konzentrieren kann – zumal sich ein Kamerateam des WDR auch noch angekündigt hatte, um Bewegtbilder von der Partie aufzuzeichnen, die dann im Rahmen der Auslosung gezeigt werden sollten.

Doch letztlich lief alles perfekt. Asnaimer spielte die kompletten 90 Minuten durch, erzielte am Sonntagnachmittag beim 8:1-Sieg des Tabellendritten der Frauen-Bezirksliga vier Tore, zwei davon wurden später im Fernsehen gezeigt. Nach der Partie ging es für die Stürmerin schnell unter die Dusche, denn sie musste pünktlich in Dortmund sein. „Wir sind mit zwölf Leuten ins Fußball-Museum gefahren und wurden da wirklich sehr nett empfangen“, sagt Bruchmann. Und während sich der Coach zusammen mit den anderen Germanen das Museum anschaute, musste Asnaimer in die Maske, um dann pünktlich um 19.15 Uhr zusammen mit Bierhoff und Bommes die Auslosung zu beginnen. „Sie hat das super gemacht, sich toll verkauft und auch tolle Paarungen gezogen“, betont der Coach, der selbst auch kurz zu Wort kam. „Das war schon klasse. Wir hatten da eine eigene kleine Tribüne für uns und hatten ein eigenes DFB-Pokalschild mit der Aufschrift TuS Germania Lohauserholz.“

Bruchmann hofft nun, dass der Verein aus dem Hammer Westen ein wenig von dieser Geschichte profitieren kann. „Ich denke, da kann man im Bereich Social Media so viel machen wie man will, aber so eine Aufmerksamkeit bekommt man sonst nie. Wir wünschen uns jetzt, dass wir ein bisschen Zuwachs erhalten und uns dieser Hype ein bisschen zugute kommt“, sagt Bruchmann.

Und Asnaimer wird dieses Erlebnis wohl nie mehr vergessen, zumal sie seit Sonntag ARD-Moderator Bommes und auch Bierhoff, Geschäftsführer Nationalmannschaft, duzen darf. „Die beiden waren super nett und haben mir das Gefühl gegeben, als würden wir uns schon lange kennen. Das war richtig cool, so eine Erfahrung zu machen. Viele Amateurfußballerinnen kommen nicht zu einer solchen Ehre.“ Aber viele Fußballerinnen schießen auch nicht über 100 Tore in einer Saison…